Am Freitagabend schließt sich im SAP Garden ein Kreis, den München ungern offen lassen wollte. Fast auf den Tag genau fünf Monate nach dem Playoff-Aus gegen denselben Gegner empfängt der EHC Red Bull München die Adler Mannheim — Ligastart 19:30, MagentaSport live. Es ist kein warmes Heimspiel zum Reinfinden. Es ist die Wiederauflage des Halbfinals, diesmal ohne Best-of-Serie, dafür mit Meisterschaftsanspruch im eigenen Haus.
Beim Pressetermin machen Maximilian Kastner und Dominik Kahun daraus kein Geheimnis. Kastner sieht die Red Bulls „schon ganz oben“ und will Meister werden — „egal wie“. Kahun trägt wieder die 21, acht Jahre nach dem NHL-Sprung und nach dem Zwischenstopp in Lausanne. Als er ging, hatte München gerade die dritte Meisterschaft in Folge geholt; jetzt soll der fünfte Titel her. Coach Oliver David stuft den Auftakt als eine der größten Herausforderungen ein. Sportgeschäftsführer Neville Rautert sagt es knapper: „Mannheim zu Hause ist 0 auf 100.“
Formtechnisch treffen zwei unterschiedliche Sommer aufeinander. Die Adler kommen mit Schwung aus der Champions Hockey League — unter anderem dem 4:3 in Fribourg, dreimal Rückstand, dreimal Antwort, Entscheidung durch Patrick Brown. Die Red Bulls verloren den letzten Test in Bruneck 1:2 gegen Pustertal, einziges Tor Yasin Ehliz. Kastner läuft künftig dauerhaft in der Verteidigung; Kahun soll den Sturm wieder schärfen. Die Stehplätze für Freitag sind laut Club bereits weg.
Die Woche darum herum macht den Kracher noch größer: Donnerstag eröffnet Meister Berlin gegen Straubing, Freitag trifft Aufsteiger Krefeld auf Popieschs Ex-Club Bremerhaven, Sonntag stehen sich Finalisten Mannheim und Berlin gegenüber. Der Münchner Auftakt-Vorbericht und die Berliner Eröffnung liegen schon bereit. Wer in München den Titel will, kommt an den Adlern nicht vorbei — schon am ersten Freitagabend nicht.
