Mit drei Stimmen Vorsprung wird Franz Reindl neuer Präsident der International Ice Hockey Federation. Im Stichwahl-Rennen auf Teneriffa schlägt der 71-jährige Deutsche Petr Bříza aus Tschechien 60:57, nachdem er in der ersten Runde noch 36:48 zurückgelegen hatte. Die Amtszeit läuft laut Deutscher Welle bis 2030. Amtsvorgänger Luc Tardif trat nicht mehr an.

Reindl holt die nötigen Stimmen, nachdem Aivaz Omorkanov aus Kirgisistan ausgeschieden ist; sechs von neun Kandidaten hatten zuvor verzichtet. Fünf Jahre zuvor war er Tardif noch unterlegen. Jetzt folgt er als zweiter Deutscher nach Günter Sabetzki (1975–1994) an die Spitze des Weltverbands. Bříza und Reindl verbindet Olympia-Bronze: Reindl als Stürmer der BRD 1976 in Innsbruck, Bříza als Torhüter der Tschechoslowakei 1992 in Albertville.

Die Vita liest sich wie ein Querschnitt durch den deutschen Eishockeybetrieb. 669 Spiele und 423 Tore für SC Riessersee und SB Rosenheim in der alten Bundesliga. Erster DEL-Geschäftsführer 1994 bis 1996. Organisator der Weltmeisterschaften 2001, 2010 und 2017. DEB-Präsident 2014 bis 2022, unter anderem mit Olympia-Silber 2018 in Pyeongchang. Seit 2016 sitzt er im IIHF-Council; 2016 führte er Team Europe beim NHL World Cup.

DEB-Chef Frank Lutz nennt die Wahl eine Würdigung jahrzehntelanger Arbeit als Spieler und Funktionär. In der Amtszeit Tardifs kehrten NHL-Spieler zu Olympia 2026 in Mailand und Cortina zurück. Zum Bild dieser Amtszeit gehörte auch, dass russische Teams nach dem Angriff auf die Ukraine 2022 ausgeschlossen waren. Reindl trägt jetzt die Verantwortung für den nächsten Olympia- und WM-Zyklus.